Aufzeichnungen des Clangeddin Priesters
Axtschwinger Orbis Stahlauge vom Clan Hammerfels

Zweiter Tag an der Erdbrücke



Die Nacht war leider nicht sehr erfrischend, mit dem Kampf gegen den Troll, doch wir bereiteten uns so gut es ging auf die Dinge die da kommen mögen vor. Mein Gebet an Clangeddin war heute besonders intensiv und ich schloss meine Gefährten in die Andacht ein.

Nebel flog die Felswand empor, damit uns keine Überraschung drohte. Kurze Zeit später kehrte sie zurück und erzählte von einer großen katzenartigen Bestie mit merkwürdigen Tentakeln auf dem Rücken. Wir beschlossen loszugehen und das Biest zu vertreiben, wenn sie uns im Wege sein sollte. Tatsächlich saß es mitten auf dem Pfad durch den dunklen Raum. Alle unsere Versuche, sie mit Lärm und ein paar gezielten Würfen oder Schüssen zu vertreiben schlugen fehlt. Es sah fast so aus, als wenn unsere Waffen einfach durch sie hindurch gehen würden. Nun reichte es uns und wir zogen unsere großen Äxte und Schwerter. Als ich bereits ein gutes Stück vorangestürmt war, traf mich ein Stein von Kraag am Hinterkopf. Ich müsste mal ein ernstes Wort mit ihm über seine Schleuderkünste reden.

Während Miira und ich auf die Bestie einschlugen, stürmte eine zweite, gleichartige Kreatur aus dem Dunkel hervor, wo sie sich vor unseren Blicken verborgen hatte. Sie schienen vor unseren Augen regelrecht zu verschwimmen, so daß viele unserer Schläge ins Leere gingen. Einige Schläge Elenas, die eines der Wesen mit mir in die Zange genommen hatte, verursachten klaffende Wunden während meine Angriffe daneben gingen. Clangeddin warum zürnst Du meiner?

Mit einem kräftigen Schlag, der der Bestie den Kopf abtrennte tötete Miira das Wesen. Und auch das zweite fiel mit einem gezielten Schlag ihrer Axt. Clangeddin hatte bestimmt seine Freude an solch einem Kampf. Kundrie nahm Teile der Katzenwesen für ihre magischen Experimente mit. Was sie wohl mit den stinkenden Resten vorhat. Wie auch immer, festen Schrittes gingen wir weiter.

Der Troll heute Nacht war wohl einer der Wächter Irideks, denn die Menschen waren allein. "Wir wollen zu Iridek." Mit fester Stimme traten wir vor. Doch alles was wir als Antwort erhielten waren Beschimpfungen, wir hätten den Troll kaltblütig gemeuchelt. Es drohte sich eine hitzige Diskussion zu entwickeln, die sicher mit Blutvergießen geendet hätte, als Iridek kam.. Ein Wolf strich um seine Beine, mit dem er wahrscheinlich Eindruck schinden wollte. Für einen Menschen mag er mit seinen obszönen Tätowierungen und den reichen Schmuckstücken eine beeindruckende Erscheinung sein, doch auf mich wirkte er einfach nur lächerlich.

Nachdem wir als Zeichen unseres guten Willens unsere Waffen mit Friedensknoten versehen hatten, folgten wir Iridek in seine Räume. Die große Bronzetür öffnete er mit einigen magischen Handbewegungen. Der Raum dahinter war groß und mit dämonischen Runen verziert. Welch unheiligen Rituale hier wohl abgehalten wurden. Nun unsere Sorge galt Questin, der an ein Gestell gekettet war und kopfüber von der Decke hing. Nebel flog sofort zu ihm und prüfte ob er noch lebte. Clangeddin sei Dank, wir waren nicht zu spät gekommen.

Uns gelang es Iridek zu entlocken, was denn der Preis für die Freilassung Questins wäre. Er gestand uns, das er einem dämonischen Wesen, dessen Name wir nicht verstanden und der mir ehrlich gesagt Kopfschmerzen verursachte, sechs Seelen schuldete. Was für abscheuliche Riten wohl solch einen Preis forderten. Jedenfalls erklärten wir ihm, das solch ein Geschäft mit uns nicht zu machen sei. Dann erzählte er von einem Ersatzritus, der die Hand eines Kriegers, das Ohr eines Diebes und das Auge eines Priesters erforderten. Auch wenn ich tatsächlich die Hand gegeben hätte, wie ich mir kurz überlegte, so war doch der Preis ein zu hoher. Wir schlugen Iridek vor eine Aufgabe für ihn zu erledigen, ja uns in seinen Dienst zu stellen. Wir sagten zu, jemanden für ihn zu töten. In der festen Überzeugung, es handle sich um eben jenes dämonische Wesen nahmen wir diesen Deal für Questins Seele an.

Und schon kurz darauf begann Iridek mit mystischen Beschwörungsformeln. Uns blieb kaum Zeit uns auf den Kampf vorzubereiten. Schnell wirkten wir noch einige Zauber, verteilten die Hammersphäre und stellten uns strategisch günstig auf. Sehr bald begann sich ein abscheuliches Wesen im Raum zu materialisieren. Eine Kreatur wie eine riesige Spinne mit mächtigen Klauen. Als sie vollständig erschienen war, sprach sie mit einer seltsamen Stimme zu uns: "Seid die versprochenen Seelen?". Wir antworteten ihm das es keine Seelen holen würde und griffen an. Iridek erfüllte zumindest den Teil der Abmachung, als er einen Zauber wirkte, der den Dämon auf unserer Ebene festhielt.

Unsere Äxte schlugen mächtige Wunden doch sie schienen das Wesen nicht zu beeindrucken. Nur Magie schien es zu verwunden. Einzig Elenas Waffe zeigte Wirkung. Ihr präziser Schlag riss eine furchtbare Wunde in den Dämon. Ausgerechnet die kleine Gnomin. Ihre hinterhältige Art und Weise zu kämpfen war mir zwar immer ein Dorn im Auge, doch ihr Mut war beeindruckend. Ob Clangeddin großes mit ihr vorhat. Der Kampf war schwer und aufreibend. Fast kamen wir in Bedrängnis als das Wesen von seiner Ebene, aus welchem Abgrund er auch kommen mag, Verstärkung herbeirief. Eine Gestalt mit Flügeln und einem Hundekopf, die aus der Luft mit einem riesigen Bogen auf uns schoss und ein großer Affe, fast so wie die aus dem Wassertempel, griffen in den Kampf ein und uns an. Fast wäre es für Elena übel ausgegangen, als ein schwerer Schlag des Dämons sie fast ohnmächtig werden ließ und der geifernde Biss des Wesens Gift in ihren kleinen Körper pumpte. Doch die heilende Kraft eines Zaubers von Morin und das Gegengift Kundries, verhinderten dass sie ins Totenreich einging.

Ein magisches Geschoss von Kundrie tötete den Dämon. auch der Affe fiel kurz darauf von einem gewaltigen Schlag von Miira. Während der meisten Zeit des Kampfes benahm sich Kraag äußerst seltsam. Er versuchte doch tatsächlich auf dem Dämon zu reiten. Als nur noch der Hundemensch übrig war schien es uns als würde Iridek uns in den Rücken fallen, als er einen Zauber, das muss es wohl gewesen sein, der einige von uns zu lähmen schien. Aber er ziele auch auf das Hundewesen, das von seinem Zauber besiegt wurde, worauf wir von einem Angriff auf ihn absahen. Iridek sah unseren Teil der Abmachung als erfüllt an und nahm Questin von dem Gestell, auf dem er geopfert werden sollte. Es schien so als wolle er uns aus seinen Räumen rausschmeißen und als wir die Höhle, in der der Kampf stattgefunden hatte verlassen hatten, schloss Iridek hinter uns die riesige Bronzetür.

Draußen im Gang standen seine Wächter und hielten gerade noch ein riesiges graues Wesen, wie wir es noch nie zuvor gesehen hatten zurück. Mit den Worten: "Ihr habt unseren Troll getötet" ließen sie es los. Der gigantische Berg aus Muskeln und Zähnen stürmte auf uns zu. Miira, Kraag und ich stellten uns in seinen Weg und unsere Waffen rissen klaffende Wunden in seinen Körper, doch er wankte nicht. Eine seiner Klauen ergriff mich und dann biss es mich. Schmerz durchzuckte mich und ich verlor das Bewußtsein. Ich wurde wach, als Elena mich wohl mit ihrem Amulett geheilt hatte. Inzwischen war mir der Weg zum Gegner versperrt. Jator war wohl über mich oder an mir vorbei geklettert. So sprach ich einen Zauber, der einen Schutzschild auf Kraag legte, der tapfer mit seinem Morgenstern auf das für ihn wohl noch größer als mir erscheinenden Wesen einschlug. Wieder waren es magische Geschosse, die den Koloss fällten. Die Äxte der Zwerge erledigen die Hauptarbeit und die Magier geben ihm den Rest.

Anscheinend unbeeindruckt von unserem Sieg über die Bestie verlangten die Wächter der Erdbrücke eine Entschädigung für den Troll. Da wurde es Elena zuviel und sie stürmte zornig voran. So wütend hatte ich sie noch nie gesehen. Ich rannte mit, da ich Angst hatte das halbe Dutzend Feinde sei zuviel für sie und so fegte unser gemeinsamer Sturmangriff durch ihre Reihen wie eine gut geschärfte Axt. Schnell fielen die Wächter und die letzten zwei flohen in panischer Angst. Erst als der Kampf vorbei war, bemerkte ich, dass ich meinen linken Arm nicht mehr bewegen konnte. Dieses vermaledeite Riesenvieh hatte ihn wohl sehr übel zugerichtet.

Nun drängte uns die Frage "Wo die nächste Nacht verbringen." Einerseits weit weg von Iridek, nicht das er sich seine Zusicherung uns in Ruhe zu lassen noch anders überlegt. Zum anderen ist ein Stamm Grottenschrate auch nicht zu unterschätzen.

Der Weg nach draußen

Wir entschieden uns den Schienen oberhalb des Abgrundes, an dessen Fuß wir die letzte Nacht verbracht hatten, zu folgen. Als plötzlich eine schwarze Wand auf uns zu kam. Nicht einfach nur dunkel, das hätte mir als Zwerg ja nichts ausgemacht, nein ein Wand aus vollkommen undurchdringlicher Schwärze raste auf uns zu.

Kundrie sprach einen Zauber um das Dämonenwerk zu bannen und tatsächlich lichtete sich der Schleier und drei Wesen, die wie umgestülpte zusammengebunden Teppiche ausahen erschienen in der Luft. Kaum hatten wir den seltsamen Anblick erfasst, als es um uns herum wieder dunkel wurde. Kurz darauf hörten wir die erstickten Schreie von Jator. Anscheinend hatte sich eins der drei Wesen um ihn herum gelegt. Es gab einen kurzen Kampf und dann vertrieben wir die Bestien.

Die Nacht nach so einem anstrengenden Tag verbrachten wir in einer recht komfortablen Hütte, die Kundrie mit ihren Zauberkräften erschaffen hatte. Unser Schlaf wurde diesmal nicht gestört. Doch schienen die Grottenschrate irgendeine dunkle Magie auszubrüten, denn am frühen Morgen erschien eine Schamanin vor unserer Tür und begann mit irgendwelchen merkwürdigen Beschwörungen. Kraag konnte wohl nicht an sich halten und schoss mit seiner Schleuder auf die Schamanin, woraufhin sie einen Blitzstrahl auf ihn warf und wieder verschwand.

Auf unserem Weg in Richtung Wassertempel mussten wir das Gebiet der Grottenschrate durchqueren. Da wir nicht an weiterem Kampf interessiert waren, beugten wir uns dem Wunsch der Grottenschrate und nahmen an einem kleinen Ritual teil - obwohl mir als Priester der Begriff Ritual in diesem Zusammenhang nur schwer über die Lippen kommt. Jedenfalls gingen wir an einer Grube vorbei in der der entweihte und schwer mißhandelte Körper eines Elfen und murmelten dabei ein paar unverständliche Worte. Nach einer Weile kamen wir an etwas, das Elena als Falle bezeichnete. Ein menschlicher Körper war an Seilen quer durch den Gang aufgehängt und mit Stolperdrähten gesichert. Die Gnomin entschärfte das Hinderniss und so kamen wir ohne weitere Zwischenfälle zum Wassertempel.

Ein Kuo-Toa und zwei Elfen standen an der Tür zum Heiligtum der Wasserebene. Dieses glubschäugige Wesen stellte sich dumm als wir unsere von Nilbul versprochene freie Passage einforderten. Er forderte einen nicht unerheblichen Betrag von uns um überhaupt mit Nilbul über unser Anliegen zu sprechen. Und Kraag sprang auch noch darauf an. Er wollte allen Ernstes mit dem Kuo-Toa um unsere Passage spielen. Wir hatten einen Vertrag und er wollte um unseren Teil des Deals würfeln? Empört platze mir der Kragen und ich zog meine Axt um unserer Position Nachdruck zu verleihen. Dieser feige Fisch sprang wie von der Axt gestochen über die Wassersperre und verschwand im Wasser des Tempels. Feigling! Möge Clangeddin dich austrocknen lassen.

Die Elfen ließen - ob unserer Kampfeskraft - sofort jeden Gedanken an Angriff fallen. Wir nahmen ihnen die Bögen und Pfeile ab damit sie nicht auf dumme Gedanken kämen. Wir holten einen alten Tisch, betteten Questin darauf und zogen weiter in Richtung Hauptausgang. Wir waren noch nicht sehr weit gegangen als uns eine Handvoll dieser Schleimbatzen uns aufhalten wollten. Sie hatten sogar ein Wasserelementar beschworen. Ohne zu zögern stürmte ich voran. Mein Schutzzauber ließ mich durch das Wasserwesen hindurchgleiten wie eine heiße Axtklinge durch Butter. Plötzlich hörte ich hinter mir ein merkwürdiges Getöse und als ich mich kurz umblickte sah ich, das sich Miira in einen Eiselementar verwandelt hatte. Ja sie hatte einige Andeutungen gemacht wegen ihrem veränderten Aussehen. Aber das sie solche Fähigkeiten hatte. Clangeddin hätte es eine gute Axt nicht auch getan? Jedenfalls war ich mal wieder von der Gruppe abgeschnitten und auf mich und meine Axt allein gestellt. Taktik war noch nie eine Stärke meiner Kameraden.

Der Kampf gegen ein halbes Dutzend Kuo-Toa ging eine Weile hin und her als einer dieser Fische mich mit einer Klammer gefangen hielt und mich unter Wasser drückte. Nun sind wir Zwerge nicht für ein Leben unter Wasser gemacht und so schwanden mir bald darauf die Sinne und die Axt entglitt meinen Händen.

Als ich weder zu mir kam, lag ich in einer Höhle. Um mich herum standen Kraag, Tenaris, Elena und Kundrie. Die Kuo-Toa hatten mich anscheinend verschleppt, aber meine treuen Gefährten hatten mich nicht im Stich gelassen. Aus den Gängen strömten diese verdammten Fischwesen herbei, so dass wir uns zu einem schnellen Rückzug entschieden. Wir durchstießen eine senkrechte Wasserwand und tauchten auf. Oben angekommen sahen wir Miira und Morrin in einen Kampf mit irgendwelchen lästigen Wasserwellen verwickelt. Nunja ich schwamm ein Stück zurück und holte meine Axt. Dabei wurde auch ich von Wasserwellen - anscheinend kleine Elementare - bedrängt.

Wir beeilten uns durch den Wassertempel zu kommen und tatsächlich wurden wir auf dem Weg nach draußen nicht weiter belästigt. Am Haupttor angelangt, beschlossen wir in den Moradintempel zu gehen. Dort wurden wir von einer Abordnung von Zwergen begrüßt. Anscheinend war hier einiges passiert während wir weg waren.

Wieder im Tempel des Moradin

Thuran Flüsterstein, der Hohepriester von Moradin bat uns zu einer Audienz. Er erklärte uns, das wir wichtige Artefakte der Elementartempel, ja heilige Reliquien der abscheulichen Religion suchen und zerstören sollen. Worum genau es sich bei den Objekten handelt, konnte er uns aber nicht sagen. Bei der Gelegenheit sah er sich auch gleich Questin und meinen Arm an. Bei Questin diagnostizierte Dämonenfieber oder so ähnlich. Jedenfalls würde erst einmal etwas Ruhe brauchen. Meinen Arm konnte er mit einem Zauber heilen.

Bei der anschließenden Beratung unserer Gruppe über die weitere Vorgehensweise kamen wir überein zuerst den zweiten Luftschlüssel zu suchen. Da hatte Kundrie eine Idee. Sie schlug vor einen Zauber einzusetzen, mit dem man Gegenstände, die man kennt aufzuspüren. Sie meinte damit müsste man einen identischen Luftschlüssel auffinden können. Wir wählten unsere Zauber, rüsteten uns aus und machten uns auf den Weg.